Dienstag, 21. September 2010

Die neuen Fußballstars – Im Fokus: Internationale Top-Talente (1)

In unser neuen Rubrik bei Drölfmeter wollen wir euch zeigen, auf welche Talente ihr in der nächsten Zeit besonders achten solltet. Die meisten die wir euch vorstellen sind bislang nur hiesigen Fußballexperten bekannt, sodass er ihr euch bei den nächsten Turnieren nicht wundern müsst „Wen haben die da im Tor(Abwehr/Angriff. Klar, nicht jedes Talent wird sein Versprechen halten, dennoch werden wir euch 11 „Granaten“ vorstellen von denen wir überzeugt sind, dass sie mal zu den ganz großen gehören werden.

Torwart: Joe Hart – Die Lösung für das englische Torwart-Problem


Haha, Schenkelklopfer.. wird sich der ein oder andere denken, dass nun etwa gerade die Engländer ein Top Torwart-Talent ihr Eigen nennen können. Normalerweise ist die Wahrscheinlichkeit dass England einen Torhüter ohne regelmäßige Slapstick-Einlagen heraus bringt so hoch wie ein Lottogewinn oder eine Schalker Meisterschaft, aber dieser 23-jährige ist ein wahrer Hauptgewinn. Der Mann hat sich bei den Neureichen Citizens aus Manchester durchgesetzt, bzw. er ist gar nicht mehr wegzudenken. Bezeichnend, dass er den besten britischen Torwart der letzten 10 Jahre (der Ire Shay Given) mit seinen hervorragenden Leistungen auf die Bank verbannt hat. Citys Scheich Zayed Al Nahyan kauft zwar alles ein, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, auf der Torwart-Position vertraut man nun aber diesem außerordentlichen Talent.

Joe Hart hat dabei schon einige Stationen hinter sich. Zwar steht er schon seit vier Jahren bei City unter Vertrag, er wurde in den letzten Jahren aber oft an unterklassige bzw. kleinere Vereine zwecks Spielpraxis verliehen. In der letzten Saison gelang im der Durchbruch bei Aufsteiger Birmingham City die mit dem sicheren Blondschopf zwischen den Torstangen ohne Probleme die Klasse halten konnten.

Joe Harts Stärken sind seine exzellenten Reflexe, die gerade am ersten Spieltag die Tottenham Hotspurs schier zur Verzweiflung brachten. Abschläge, Fausten und Stellungsspiel sind wirklich schon hervorragend ausgeprägt, Schwächen zeigt er noch beim Heraus laufen, dabei scheint er sehr Beinschuss affin zusein ;).

Zusammenfassend kann konstatiert werden, ob Joe Hart will oder nicht, er wird wohl die nächsten 15 Jahre im Kasten der englischen Auswahl stehen müssen. Falls er bei den nächsten großen Turnieren auch nur ein Elmeterschiessen für seine Farben gewinnen sollte, dürfte er sich schnell in eine Reihe mit den größten Keepern Englands Gordon Banks und Peter Shilton stellen.

Samstag, 18. September 2010

Spotlight on: Spieltag Numero Cuatro


Die bisherigen drei Spieltage warteten bereits mit einigen Überraschungen auf und auch der gestrige Start in Spieltag Vier verlief dramatisch: Ein mieses Spiel zwischen Frankfurt und Freiburg auf holprigem Untergrund entschied Jan Rosenthal in letzter Minute mit einem Abseitstor. Auch der Rest des Spieltags wird garantiert einigen Zündstoff bereithalten:

Duell der Titelaspiranten: FC Bayern – 1.FC Köln

Just um 12 Uhr hieß es in Minga „O’zapft is!“ - Es ist wieder Wiesenzeit! Daran können das Feierbiest und seine Jungs jedoch erstmal keinen Gedanken verschwenden, steht doch heute eine komplizierte Aufgabe gegen die Rheinländer an, die es auf dem grünen Geläuf der Allianzarena zu lösen gilt. Der Effzeh hat Oberwasser nach der Dominanz-Demonstration bei der Demontierung des FC St. Pauli. Auch die Münchner gehen mit erhobenen Häuptern in die Partie – mit einer souveränen zweiten Halbzeit bezwang der FCB eine erschreckend defensiv eingestellte Roma mit 2:0. So konnten die Bayern den durchwachsenen Saisonstart ein wenig vergessen machen. Ohne Frage erwartet jeder von den Münchnern einen klaren Sieg. Dennoch: Den Kölnern kann Großes zugetraut werden, erwies sich doch Zvonimir Soldo mit den vorgenommenen Umstellungen vergangene Woche als gewiefter Taktiker. Sicher zaubert der kroatische Mourinho auch gegen die Bayern die ein oder andere Überraschung aus dem Hut. Bereits durchgesickert ist, dass Sebastian Freis heute Dampf über die rechte Seite machen wird. Zu erwarten ist der allseits bekannte Knoten in den Beinen bei Diego Contento.
Insgesamt geht der FC Bayern also schon als Favorit in die Partie, dem Effzeh ist jedoch durchaus die Entführung eines Punktes aus der Wiesenstadt zuzutrauen. Kann Podolski seine Hochform abermals abrufen, ist sogar mehr drin. Tipp: 1:1.

Der Betze bebt: Lautern – Hoffenheim
Der Tabellenführer zu Gast in der Pfalz. Zu Lautern muss man eigentlich nicht viel sagen, außer dass mit einem solchen Saisonstart wohl kaum jemand gerechnet hätte. Mainz holte die Lauterer letzte Woche jedoch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Hoffenheim machte es besser und konnte gleich alle drei Auftaktspiele gewinnen. Auf dem Betzenberg wird es auf jeden Fall richtig schwierig für Hoppenheim, da Lautern wohl eher versuchen wird, das Spiel der Kraichgauer zu zerstören und punktuell über Konter gefährlich zu werden. Tipp: 1:1.

Spannend: Bremen – Mainz

Bremen präsentierte sich in der Champions League wie so oft auf internationalem Parkett in Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Manier. Zunächst das Spiel völlig verpennt, dann aber, vor allem durch einen bärenstark aufspielenden Marko Marin, doch noch einen Punkt gerettet. Gerade noch einmal gut gegangen. Mainz bestätigt bisher die gute Form der letzten Saison, auch wenn der Kader in der Sommerpause kräftig durcheinander gewirbelt wurde. Nach drei Spieltagen steht für Mainz die maximale Punkteausbeute zu Buche. Für die Moral der Mannschaft spricht, dass sie die beiden letzten Spiele sogar noch nach Rückstand gewonnen haben. Gegen Wolfsburg gar mit 4:3 nach 3:0-Handicap. Durchaus zu erwarten, dass die 05er den Bremern Paroli bieten können, zumal diese wieder ohne die Säulen des Teams − Mertesacker, Naldo und Pizarro − auskommen müssen. Tipp: 1:2. 

Niedersachsenderby: Wolfsburg – Hannover
Wolfsburg ging’s wie Stuttgart: Ein völlig verkorkster Saisonbeginn. Hannover dagegen überraschte nach dem DFB-Pokal-Aus alle und hat bereits 7 Punkte erspielt. Die Abwehr der Hannoveraner ist heute allerdings gründlich durcheinander gewirbelt: Haggui ist verletzt, Pogatetz gesperrt, so dass Slomka umbauen muss. Auch McLaren nimmt einige Umstellungen vor und ändert das System auf 4-4-2 mit Mittelfeldraute. Der Meisterschaftssturm von 2009 mit Grafite und Dzeko kommt zum Einsatz – für Grafite die Riesenchance, sich in die Mannschaft zu spielen.
Der Knoten wird platzen bei Wolfsburg: 3:0.

Kein Derby: Stuttgart – Gladbach

Unentschieden, Sieg, Niederlage – Gladbach hat diese Saison schon alles gehabt. Die Frage ist, auf welchen Pfaden die Fohlen nun weiter galoppieren werden. Der Auftritt gegen Frankfurt war erschreckend schwach, das Torfestival in Leverkusen bezaubernd. Der VfB hat den Start in die Spielzeit völlig verschlafen, konnte sich in der Europa League aber zumindest durch den 3:0-Sieg gegen die jungen Jungs aus Bern etwas Selbstvertrauen zurückholen. Heute wird es definitiv schwieriger für die Schwaben werden. Augenscheinlich funktionieren bei beiden Teams die Abwehrreihen noch nicht passabel. Deshalb der Tipp: 3:3.

Ruhrpottderby: Schalke – Dortmund
Dat is der Ruhrpottkracher! Das Derby der Derbies in der Beletage des deutschen Fußballs. Die in den ersten Spielen in Bundesliga und Königsklasse erschreckend schwach spielenden Schalker müssen heute unbedingt punkten. Vor heimischem Publikum muss der BVB in die Knie gezwungen werden. Am besten mit hohem Endergebnis und möglichst demütigend. Das ist das Gelsenkirchener Star-Ensemble dem Anhang nach dem stümperhaftem Herumgekrampe der jüngeren Vergangenheit schuldig. Zuzutrauen ist Selbiges den Schalkern jedoch eher nicht. Vielmehr scheint der BVB zu den Mannschaften der Stunde zu gehören. Der Sieg am Donnerstag in der Euroleague war verrückt, aber zeigte, was für ein enormes Potential in der juvenilen Mannschaft steckt. Mario Götze macht Spaß, genauso wie Shinji Kagawa, Lucas Barrios sowieso immer und nun scheint auch Robert Lewandowski langsam in Dortmund anzukommen. Die Luft in der Schalke-Arena wird brennen, wie das immer bei diesem Kracher-Derby der Fall ist. Mal schauen, was sich Dortmund-Erzfeind Manuel Neuer diesmal einfallen lässt. Noch eine kleine Stimmungskostprobe:






Auch wenn auf Schalke Fans und Mannschaft sicher höchst motiviert sein werden, ist Lüdenscheid-Nord mein Favorit: Tipp: 1:3.

Stadtderby: St.Pauli – HSV
Das dritte Derby an diesem Spieltag. Der HSV geht als klarer Favorit in die Partie am Millerntor. St. Pauli startete durchwachsen, der HSV dagegen fast perfekt. Vor allem ‚Van the Man‘ kam gleich super in Fahrt. Alles andere als ein HSV-Erfolg wär ein Wunder. Sukuta-Pasu deutete in den letzten Spielen an, dass er brennt: Er macht das 1:0, danach schießt der HSV vier Murmeln in die Maschen. Unterm Strich also 1:4.
 
Klare Sache: Leverkusen – Nürnberg
Wohl die Partie mit dem eindeutigsten Favoriten an diesem Spieltag. Wenn nicht alles verkehrt läuft, sollte das ein klarer Heimsieg für die Werkself werden. Tipp: 4:0.

Montag, 13. September 2010

Der 3. Spieltag: Expect the unexpected







Mei, was läuft die Liga rund! Da fiebert man wochenlang dem Bundesligastart entgegen, geht im Kopf zig mal das Leistungspotential der einzelnen Klubs durch, ordnet diese entsprechend und erstellt daraus seine fiktive Abschlusstabelle, und dann sowas! Dass die Ergebnisse des ersten Spieltags Zufallsprodukte sind, damit hat man sich ja abgefunden („die Teams kommen aus der Vorbereitung und haben noch keinen Rhythmus gefunden“ – kann man da gerne anfügen, um dem unkundigen Gesindel sein Fachwissen zu demonstrieren). In den zweiten Spieltag startet man schon mit einer Hypothek – entweder man hat etwas gutzumachen (wie Stuttgart, Bremen, Schalke), oder ist euphorisiert vom unerwarteten Sieg (wie Lautern, Pauli und Hannover). Da lässt sich schon tendenziös erahnen, ob die Überraschung dicker ausfällen könnte, als angenommen. Dann hatte man eineinhalb Wochen Länderspielpause in denen der schmollende Michi die Gazetten beherrscht hat, weil er nämlich keine Lust hat, den anderen Jungens beim Spielen zuzuschauen, wenn der Philipp ihn weiter so ärgert und ihm die Sachen wegnimmt, die er aber gerade haben möchte. Gut, dass wir den bibelfesten Jogi haben, der in salomonischer Weisheit ein eindeutiges Urteil fällte und sprach: „Dann seid ihr nun beide Käptns! – oder auch nicht … zumindest nicht so richtig… Mal seh’n wie ich lustig bin. In Zukunft. Vielleicht.“

Ab hier dürfte man sich als professioneller Sportschau-Gucker denken: 4 Pflichtspieltage geschaut, 3 Wochen Betrieb, der Europacup steh vor der Tür – so langsam dürfte sich alles auf Normalpegel einordnen.

Pustekuchen! Dem Blick auf Ergebnisse und Tabelle folgt dieser Tage unmittelbar ein Kontrollgriff zum Kalender: aber nichts da – der 1. April ist auch dieses Jahr nicht in den September verlegt worden. Es stimmt schon alles. Dass Hoffenheim Tabellenführer ist mag man in Erinnerung an den Herbst 2008 noch hinnehmen, aber wer ist denn das Verfolgerfeld?! Mainz, Hannover und Kaiserlautern? Und die 3 Abstiegsplätze belegen Wolfsburg, Schalke und der VfB. Alle Sieglos. Einzig den Stuttgartern traut man hier ein schwäbisch-strategisches Manöver zu (nach dem Motto „Mir sparet d‘ Punkte erscht’amol. Do weisch nie, ob de am End‘ no zahle musch, wenn d’ z‘viel von denne hasch, gell?!“). Von den vermeintlichen Meisterschaftskandidaten schafft es nur Hamburg in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Von denen ist aber hinlänglich bekannt, dass sie zur Rückrunde regelmäßig den Profibetrieb einstellen und dazu ein Trainer auf der Bank sitzt, der nur Halbjahreserfolgsbilanzen aufzuweisen hat – also eigentlich doch wieder kein Kandidat für die Schale. Die Mönchengladbacher wollen allem Anschein nach der grauen Tristesse entfliehen und inszenieren sich als Diva mit Borderline-Syndrom: mal himmelhochjauchzend, mal zu Tode betrübt. Dem fulminanten 6:3 in Leverkusen folgt ein indiskutables 0:4 zu Hause gegen Frankfurt. Nichts gegen Frankfurt, aber alleine in dem Spiel hat Theofanis Gekas zweidrittel seines Torekontingents für diese Saison verbraucht! Noch so eine Partie und die Leute würden glauben, er sei ein Stürmer.
Und im Ligamittelfeld verstecken sich irgendwo Bayern, Bremen und Leverkusen. Wer übrigens beim Spiel Bayern-Bremen erfolgreicher seine Mannschaftsteile verschleiert hat, ist mir noch nicht ganz klar. Bremen hat zumindest relativ gut versteckt, dass sie eigentlich keine Innenverteidigung besitzen – was daran liegen könnte, dass Bayern nur so tat, als hätten sie einen Sturm. Vielleicht hat man sich deshalb an der eigentlich so heiklen Schnittstelle friedfertig neutralisiert. Genützt hat es beiden nichts. Und die Leverkusener? Bei denen glaube ich mittlerweile fast, dass der Ballack-Deal eine reine Medien-Inszenierung war. Der sollte gar nicht spielen, wozu auch bei einem Mittelfeld aus Augusto, Barnetta, Rolfes, Vidal, Sam und Bender?! Der soll auf der Tribüne sitzten, schmollend die Arme verschränken und so die Aufmerksamkeit weg vom Team lenken, damit der Jupp in Ruhe arbeiten kann. Hat ja bisher auch ganz gut geklappt. Musste er nicht mal viel investieren dafür.

Um die Unvorhersehbarkeiten und Überraschungen des dritten Spieltags adäquat fortzuführen, endet dieser Post nun quasi vollkommen aus heiterem Himmel.
Letzte Grüße gehen raus an Richard Sukuta-Pasu, dem ich sein Tor von Herzen gegönnt hätte.  

Freitag, 10. September 2010

Die Bundesliga vor dem dritten Spieltag- Fokus: VfB Stuttgart

Zum Verein
In Stuttgart brodelt es momentan gewaltig. Die ruhigen, bescheidenen Schwaben sind angepisst. Das liegt zum einen am gewaltigen Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, aber auch an ihrem VfB. Mit Horst Heldt ist der Architekt der letztjährigen Erfolge von Bord gegangen. Pikanterweise zog es den Rheinländer zu seinem Ziehvater Felix Magath. VfB-Ikone Fredi Bobic soll ihn auf dem Posten des Sportdirektors nun beerben.
Letzte Saison belegte man nach einer furiosen Aufholjagd immerhin noch Platz 6 und konnten sich für die Europa-League qualifizieren. 2009 war man gar Dritter, auch da spielte man eine schwache Vorrunde und startete in der Rückrunde fulminant durch. Schaut man sich den diesjährigen Saisonstart an, scheint das Motto: „Same procedure than every year“ zu bewahrheiten.



Wer kommt, wer geht
Same Khedira, Jens Lehmann, Roberto Hilbert und Aliksander Hleb haben den Verein verlassen. Alle vier waren Leistungsträger, besonders der Verlust von Khedira wiegt schwer. Aber auch Fußball- Methusalem Lehmann wird zumindest sportlich vermisst werden. Der Neu-Madrilene konnte von Neuzugang Christian Gentner (aus Wolfsburg) in den ersten Spielen der Saison noch nicht gleichwertig ersetzt werden. Des Weiteren ist Talent Rudy kurz vor Transferschluss für 4 Millionen nach Hoffenheim verkauft worden. Neben Gentner wechselte Dauerreservist Philipp Degen (aus Liverpool), der eher unbekannte Offensiv-Allrounder Johan Audel und für den Sturm Martin Harnik an den Neckar. Der Saisonstart der Canstätter verlief holprig, sodass der neue Teammanager Fredi Bobic noch schnell einen alternden Weltmeister von 2006 aus dem Hut zauberte. Mauro Camoranesi soll auf der rechten Außenbahn für mehr Schwung sorgen, ob der 33-jährige, dessen Leistungen in den letzten zwei Jahren weniger ansprechend waren, noch dazu im Stande ist muss bezweifelt werden.

Stärken & Schwächen
In der Rückrunde präsentierte sich der VfB sehr spielstark. Stürmerstar Cacau traf wie er wollte, Khedira ordnete mit Träsch im zentralen Mittelfeld das Spiel. Auch Marica konnte endlich die Erwartungen erfüllen und hatte eine gute Rückserie. Besonders das Konterspiel war sehr ansehnlich und dürfte durch die Sommerpause nicht völlig verlernt worden sein. Kapitän und Abwehrchef Delpierre hält die Abwehr zusammen, ist „Herr der Lüfte“ und verfügt über ein ausgezeichnetes Stellungsspiel. Wenn Delpierre (wie aktuell) allerdings ausfällt, mutiert die Abwehr zu einem planlosen Durcheinander. Der (angeblich) talentierte Niedermeier ist noch kein gleichwertiger Ersatz. WM-Tourist Serdar Tasci ist von seiner Bestform auch noch ein gutes Stück entfernt. Spielerisch waren die ersten Wochen der neuen Saison recht mau, Indiz dafür sind die klaren Niederlagen gegen Mainz und Dortmund. Sollte der junge Timo Gebhardt lernen den Ball auch mal abzuspielen und Mauro Camoranesi seinen x.ten Frühling erleben dürfte das spielerisch wieder was werden!

Trainer & Umfeld
Der ruhige Schweizer Christian Groß ist ein ausgewiesener Fachmann auf der Trainerbank, wahrscheinlich genau der richtige Mann für dieses junge Team. Für den VfB kann man nur hoffen, dass Bobic ein besserer Sportmanager als Rapper ist. In beiden Bereichen hat er nicht viel vorzuweisen, die Posse um Mladen Petric wirft nicht das beste Licht auf ihn. Eventuell wären spontane Freestyles in der Kabine jedoch äußerst förderlich für innere Betriebsklima. Allerdings wird er am Camoranesi-Deal gemessen, man wird sehen ob das nun ein unüberlegter Schnellschuss oder doch ein Transfer mit Sachverstand war.

Prognose
Wie die Schwaben so sind, geizen sie mit Transferausgaben. Der Transferüberschuss (14 Millionen für Khedira, 4 für Rudy) wurde in nur geringem Maße reinvestiert. Vermutlich möchte man mit dem Gewinn ein paar Altlasten abtragen. In den letzten Jahren hat der VfB aus seinen Möglichkeiten oft das Optimum rausgeholt und ist zum Dauergast in den europäischen Wettbewerben geworden. Das Ziel Europa-League zu erreichen wird schwer zu erreichen sein, da die Konkurrenz mächtig aufgerüstet hat. Aber auch schon letzte Saison haben sie alle Kritiker verstummen lassen und nach einer fürchterlichen Vorrunde (Platz 15) noch Platz 6 geschafft. Die Mannschaft ist eine Wundertüte, Platz 5 ist drin, aber sogar auch der Abstiegskampf!

Mittwoch, 8. September 2010

Analyse: Meenz 05



Zum Verein
Das Profil des Mainzer Clubs hängt immer auch in hohem Maße vom Cheftrainer ab. Die Ära Klopp ging 2008 zu Ende. Es folgte das Andersen-Intermezzo mit unliebsamem Ausgang. Danach übernahm der vorherige A-Jugend-Meisterschaftstrainer Thomas Tuchel die Zügel und führte den FSV in der vergangenen Saison auf den 9. Tabellenplatz. Mit einem solch guten Abschneiden hätte vorher wohl kaum jemand gerechnet, so dass eine Wiederholung eines einstelligen Tabellenplatzes auch diesmal ein voller Erfolg wäre.


Wer kommt, wer geht
Ein ganz schmerzvoller Abgang ist der des burkinischen Blondschopfes Aristide Bancé. Er schoss in den vergangenen Spielzeiten die meisten Tore für den FSV und war auch als körperlich robuster Ackerer im Sturmzentrum immens wichtig für das Spiel des FSV. Als Ersatz wurde kurzfristig der Däne Morten Rasmussen von Celtic Glasgow mit Kaufoption ausgeliehen. Der 25-Jährige machte durchweg einen guten Eindruck an den ersten beiden Spieltagen und kann bereits zwei Treffer auf seinem Torkonto verbuchen. Ähnlich gut schlug Sami Allagui ein und traf bereits einmal. Zusätzliche Aufwertung der Mainzer Angriffsabteilung könnte die Verpflichtung von Haruna Babangida liefern. Der Nigerianer kommt jedoch aus der Vereinslosigkeit nach Mainz und hat in den vergangenen Jahren wenig geleistet, so dass der FSV für den 27-Jährigen wohl die letzte Chance ist, seiner Karriere doch noch den richtigen Drall zu geben. Der 19-jährige André Schürrle ließ in der vergangenen Saison sein Können aufblitzen und ist sicher auch eine interessante Option für Tuchel im Angriff.
Im Mittelfeld könnte sich die Leihe von Lewis Holtby als wichtigster Coup erweisen. Der 19-Jährige verfügt bereits aus der vergangenen Saison über Bundesligaerfahrung. Vor allem die zweite Saisonhälfte in Bochum ließ das enorme Potential von Holtby erkennen. Die Mainzer profitieren davon, dass Holtby nun bereits an Tempo und Gangart der Ersten Liga gewöhnt ist. Noch mehr wird sich natürlich Schalke 04 nächstes Jahr freuen, wenn der beidfüßige Erkelenzer, wahrscheinlich als kompletter Bundesligaspieler, zurück in den Pott kehrt. Chadli Amri ist für die Mainzer verzichtbar geworden, sodass sein ablösefreier Wechsel nach Lautern für ihn persönlich und für Mainz 05 Sinn macht.
In der Abwehr wanderte Tim Hoogland Richtung Gelsenkirchen ab. Mit Spartak Moskau konnten sich die Mainzer auf ein weiteres Jahr Leihe für Malik Fathi einigen, der wohl abermals als Stammkraft die linke Seite beackern wird. Ablösefrei aus Bochum kam mit Christian Fuchs der österreichische Roberto Carlos.
Auf der Torwartposition reagierte man nach der Müller-Verletzung, indem mit Martin Pieckenhagen ein alter Bekannter den Weg aus Käseland zurück in die Bundesliga fand.

Stärken & Schwächen

Als stärkster Faktor bei den 05ern kann sicher der Trainer gelten. Was Tuchel tut, hat Hand und Fuß und er wird die Mainzer sicher auch diese Saison zu einem starken Team formen. Alle Mannschaftsteile sind ausgeglichen relativ gut besetzt. Mit Aristide Bancé ist natürlich eine wichtige Stütze des Teams weggebrochen. Ob der Weggang des Burkiners kompensiert werden kann, hängt zum größten Teil davon ab, wie gut Allagui in der Ersten Bundesliga zurecht kommt und ob Rasmussen den guten ersten Eindruck nachhaltig untermauern kann.  


Trainer & Umfeld
Zum Trainer wurde bereits Einiges gesagt. Das weitere Umfeld in Mainz ist der Mannschaft stets wohlgesonnen und die gesamte Stadt steht hinter dem Verein. Großes anliegendes Projekt ist die Coface-Arena, das neue Stadion, welches wohl für die Saison 2011/12 einsatzbereit sein wird. Diese Saison wird aber noch vollständig im traditionsreichen Bruchwegstadion absolviert werden. 


Prognose
Aller Voraussicht nach springt etwas Ähnliches wie vergangene Saison für die Mainzer heraus. Mit dem Abstieg werden die 05er nix zu tun haben, mit den internationalen Rängen wohl ebenso wenig. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld wird es sein für 05 – darüber wird sich niemand beschweren.

Freitag, 3. September 2010

Weltklasse! Basler an der Torwand!