Das Tabellenmittelfeld besticht seit jeher durch seine
Janusköpfigkeit. Was Aufsteigern und sonstigen finanziell klammen
Emporkömmlingen wie ein gelobtes Fussball-Auenland erscheint, kommt in der
Wahrnehmung ambitionierter (Gerne-)Großmächte einer sibirischen Strafkolonie
gleich. Dabei ist es in Wahrheit nur eines: langweilig.
7. 1. FC Köln
8. Vfl Wolfsburg
9. Hamburger SV
10. Mainz 05
11. RB Leipzig
12. Bremen
Für Bremen ist Platz 12 wahrhaftig gelobtes Land. GeneralSkripnik wird ausziehen, das Fan-Meer teilen, und den mittelmäßigen Kader
stoisch in den sicheren Erstliga-Hafen manövrieren.
In Lääipzsch träumt man natürlich von einer Hinrunde à la
Hoffenheim. Wird es aber trotz Ralf Rangnick nicht geben. Der Gegenwind, den
man bei Auswärtsspielen zu spüren bekommt, kennt man zwar schon aus Liga Zwei,
dürfte aber im Oberhaus noch einen Tick schärfer wehen. Umso wichtiger werden
daher die Heimspiele, die es vor dem dürstenden Publikum zu gewinnen gilt.
Mainz, der inoffizielle Rekordmeister im
Qualifikationsausscheiden gegen osteuropäische No-Names, hat, gemessen an
seinen eigenen Standards, versagt und muss jetzt doch in der Euro-League ran. Das
kann der biederste Kader der Liga nicht schultern und wird daher zumindest in
der ersten Saisonhälfte seine Probleme bekommen. Allerdings in keinem wirklich
gefährlichen Ausmaß, so dass es am Ende für einen nichtssagenden zehnten Platz
reicht.
Dukaten-Didi ist back und spended das money als wär es
nuffin‘! 14 Mio. für einen Absteiger, 5 Mio. für eines jener Barca-Talente, die
vor 5 Jahren als „der nächste Messi“ gepriesen wurden, und 3,5 Mio. für einen
Zweitligastürmer, dessen Name selbst der amerikanischen Porno-Industrie zu
klischeehaft wäre. Dafür wurden gestandene Querulanten wie Drobny, Rudnevs und
Olic kostengünstig entsorgt. Wird am Ende dennoch ein versöhnlicher
einstelliger Tabellenplatz.
Kurze Zeit schien es wirklich mal so, als könnte Wolfsburg sich
als zweite Kraft hinter Bayern etablieren. Heute schmunzelt der gemeine
Fußballfan bei einem solchen Gedanken, während Julian Draxler mit zitternder
Unterlippe die Faust in der Tasche ballt.
Der gar nicht mal mehr so heimliche Gewinner der letzten
Jahre nennt sich 1. FC Köln. Überaus beständig hat der schrullige Jörg
Schmadtke günstig ge- und clever verkauft und so
einen ausgewogenen Kader zusammengestellt, der mit ein klein wenig Glück
vielleicht sogar an den Europacup-Plätzen schnuppern kann. Helau!
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