Jaaa, der finale Teil der Saisonprognose ist überfällig.
Aber als semiprofessioneller Meinungsexperte, wie der Schreibende einer ist,
ist man nunmal eine medial schwerst umworbene Figur und lebt 1 Jetset-Life
zwischen Ploërmel und Leutkirch. Da ich daher dies- und jenseits des Rheins weder
die Zeit, noch den dafür notwendigen Zugang du Breitbandinternet besessen habe,
entspricht folgender Inhalt tatsächlich meinem de facto Wissensstand von vor
dem ersten Spieltag. Selbstredend büßt er dadurch in keinster Weise an Denkschärfe
und Wahrhaftigkeit ein!
1. Borussia Dortmund
2. FC Bayern München
3. Bayer Leverkusen
4. FC Schalke 04
5. Borussia M'Gladbach
6. TSG Hoffenheim
Ein gutes Fohlen springt nur so hoch wie es muss, sagt der
Volksmund. Die Qualität des Gladbacher Kaders hat sich durch den Wechsel
Xhaka/Kramer nicht wesentlich geändert. Im offensiven Mittelfeld schlummert
viel Potenzial, aber auch eine gehörige Portion Verletzungsanfälligkeit, in der
Defensive regiert das erfahrungsarme Talent. Trainer Schuberts Aufgabe bestand
letzte Saison darin, das Erbe Lucien Favres zu konservieren. Ob er einen
eigenen Stempel besitzt, den er dem Gladbacher Spiel in dieser Spielzeit
deutlicher aufdrücken kann, bleibt abzuwarten. Der Einzug in die Champions
League wird dieses Mal doch etwas schwieriger werden, als in den letzten
Jahren.
Schalke, das königsblaue Testament des kleinen Mannes, hat –
wie eigentlich jedes Jahr – einen sogenannten „Umbruch“ eingeleitet. Mit
Manager Heidel und Trainer Weinzierl sieht er zumindest auf dem Papier diesmal
wirklich tiefgreifender aus, als bei den sonstigen derart bezeichneten Sommern.
Auch der Kader wurde mit Spielern aufgemotzt, deren trasfermarkt.de-Marktwerte
aufhorchen lassen, aber ob sie dann auch einschlagen, bleibt abzuwarten.
Nichtsdestotrotz hat das Team großes Potenzial und wenn es Weinzierl gelingt,
ihm noch im Laufe der Hinrunde Stabilität einzutrichtern, könnte man beim Kampf
um die CL-Plätze die Nase knapp vor den Gladbachern haben.
Dass Leverkusen der Geheimtipp für die Saison sei, war in
der Vorbereitung derart oft zu hören, dass man damit vermutlich nur noch
jemanden hätte beeindrucken können, der sich alle 4 Jahre freudig schwarzrotgoldene
Schminke ins Gesicht klatscht. Die Pillendreher haben keinen Leistungsträger abgegeben und
sich dazu finanzpolitisch spektakulär mit einem Hoffenheimer und einem
Österreicher mit Migrationshintergrund verstärkt. Dazu kommt noch ein kostengünstiger
Österreicher ohne Migrationshintergrund und ein verletzter Chilene als
Quasi-Neuzugang. Reicht in meinen Augen für einen ungefährdeten Einzug in die
Champions League, für einen ernstgemeinten Angriff auf den Ligathron aber
nicht.
Und nun das, worauf alle gewartet haben: Die große
Meisterfrage und warum er 2017 Dortmund und nicht Bayern heißen wird.
Was den Kader betrifft, haben die Bayern ungeachtet ihrer ohnehin schon bestehenden Weltklassebesetzung mit dem Transfer des verlorenen Schönlings Mats Hummels noch einen drauflegen können. Boateng/Hummels, wer hat so 1 Innenverteidigum?! – Also ich kenn k1! Der Kauf von Renato Sanches erklärt sich weniger durch funktionale Erfordernisse, als eher durch eine Prestige-getriebene Motivation. Hier wollte man ein öffentlichkeitswirksames Signal senden und eines der vielversprechendsten europäischen Talente an Land ziehen. Bedarf besteht gerade in der Mittelfeldzentrale (noch) nicht.
Dortmund dagegen hat mit besagtem Hummels, Gündogan und Mkihtarzlkdfghalskan (ich werde mir sicher nicht ausgerechnet jetzt, wo er weg ist, die Mühe machen, die Schreibweise seines konsonantenüberladenen Nachnamens zu googeln!) elementare Stützpfeiler verloren und nach dem Schrotflintenprinzip eingekauft: Zwei Hände voll vielversprechender Talente – einer oder zwei werden inshallah schon einschlagen – und Mario Götze.
Die
entscheidende Veränderung oder Nichtveränderung fand jedoch auf der Trainerbank
statt. Mit Carlo Ancelotti haben die Münchner den weltweit besten verfügbaren
Coach und die absolut optimale Nachfolgelösung für den abgewanderten Guardiola
holen können. Das bedeutet jedoch, das sich das Spiel der Bayern verändern wird
und unter Umständen sogar etwas Zeit braucht, um sich neu zu finden. Der
Verlust Guardiolas ist schlicht nicht zu kompensieren. Wer zu denen gehört, die
Guardiolas Amtszeit bei den Bayern an den ausgebliebenen Trophäen in der
Champions League bemessen, beurteilt auch den Unterhaltungswert eines
Fussballspiels anhand der Anzahl gefallener Tore und ist damit ein
ausgewiesener Fachidiot – herzlichen Glückwunsch. Was den Kader betrifft, haben die Bayern ungeachtet ihrer ohnehin schon bestehenden Weltklassebesetzung mit dem Transfer des verlorenen Schönlings Mats Hummels noch einen drauflegen können. Boateng/Hummels, wer hat so 1 Innenverteidigum?! – Also ich kenn k1! Der Kauf von Renato Sanches erklärt sich weniger durch funktionale Erfordernisse, als eher durch eine Prestige-getriebene Motivation. Hier wollte man ein öffentlichkeitswirksames Signal senden und eines der vielversprechendsten europäischen Talente an Land ziehen. Bedarf besteht gerade in der Mittelfeldzentrale (noch) nicht.
Dortmund dagegen hat mit besagtem Hummels, Gündogan und Mkihtarzlkdfghalskan (ich werde mir sicher nicht ausgerechnet jetzt, wo er weg ist, die Mühe machen, die Schreibweise seines konsonantenüberladenen Nachnamens zu googeln!) elementare Stützpfeiler verloren und nach dem Schrotflintenprinzip eingekauft: Zwei Hände voll vielversprechender Talente – einer oder zwei werden inshallah schon einschlagen – und Mario Götze.
Dortmund dagegen wurde schon ein Jahr lang von Tuchel eingeschleift und dem größeren Teil des spielenden Personals ist seine Methodik und Spielweise nicht mehr fremd. Damit stoßen die Neuzugänge als partielle Ergänzungen zu einem bestehenden eingespielten System. Ich gehe also davon aus, dass Dortmund im Hinblick auf die gesamte Saison den konstanteren Fussball spielen kann. Der Stil der Bayern hingegen dürfte sich nuanciert hin zum Spektakulären wandeln: Mehr Individualität, mitunter schnelleres, konterartigeres Spiel nach vorne, mehr Varianz in der taktischen Grundausrichtung, aber damit auch mehr Varianz zwischen den einzelnen Performances. In der Champions League kann es den Bayern sogar entgegenkommen, auch mal Atletico-haft, d.h. abwartend und überfallartig zu agieren, in der Bundesliga wird es die fast schon roboterähnliche Konstanz vergangener Jahre aber nicht mehr geben. Im Geiste ist Tuchel der katalanischen Systemperspektive schlicht näher als Ancelotti und hat daher reelle Chancen, trotz eines einschneiderenden Personalwechsels, am Ende vor den Münchnern zu stehen.
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