Freitag, 20. August 2010

Analyse: Eintracht Frankfurt


Der Verein
Ach ja, die Eintracht. Dort beheimatet, wo Bulle und Bär sich Gute Nacht sagen, hat die sogenannte Diva einen ereignisreichen Weg hinter sich gebracht. Zu Beginn der 90er noch ein Jemand, dann lange Jahre ein Niemand und heute wenigstens wieder ein Irgendwer. Nachdem man die letzten Jahre häufig um den Klassenerhalt gespielt hat, konnte sich die Eintracht in der letzten Saison im gesicherten Bundesligamittelfeld etablieren. Zumindest scheint es so.

Wer kommt, wer geht
Was richtig Spektakuläres war bei der Eintracht in dieser Transferperiode nicht dabei. Der Kapitän Christoph Spycher hat die Frankfurter Richtung Bern verlassen, für seine Position hat man den Griechen Tzavellas geholt. Markus Pröll hat dem Club auch den Rücken gekehrt. Nach einem 7 Jahre währenden Kampf gegen den Methusalem Nikolov um den Platz im Tor sucht er wohl die berühmte „neue Herausforderung“. Ob diese im fußballerischen Bereich liegt, lies er allerdings offen. Liberopoulus verabschiedet sich ebenfalls, aber keine Sorge: für den Ouzo-Nachschub ist gesorgt - Theofanis Gekas sagt „Hellas“. Und schließlich geht noch Selim Teber. Seine Lücke soll der gehypte Sebastian Rode stopfen, ein 19jähriger Neuzugang von den Nachbarn aus Offenbach. A propos Neuzugang, als solchen kann man wohl getrost auch Ioannis Amanatidis einstufen. Nachdem sein Vorsprechen für eine Rolle bei den Passionsspielen in Oberammergau nicht geglückt ist, will er es doch nochmal mit dem Fußball versuchen.

Stärken & Schwächen
Hinten ist Frankfurt ganz solide besetzt. Der filigrane Feingeist Maik Franz dirigiert nach einem Jahr schon lautstark herum – alleine beim Hören seiner Stimme dreht so mancher Stürmer schon verschüchtert ab. Im Mittelfeld sorgen Ochs und Köhler für Stabilität (wobei ich mich schon lange frage, wie Köhler es schafft, neben dem Fußball sein Musiklabel ‚ersguterjunge‘, die zahlreichen PR-Auftritte bei Maischberger, Raab, the Dome, das Drehen eines Films, usw. unter einen Hut zu bringen), während Caio, Meier, Korkmaz und ab jetzt vielleicht auch Rode nach vorne Dampf machen. Schlecht ist das nicht, aber besser als Mittelmaß leider auch nicht.
Vorne drückt dafür ein wenig der Schuh. Weder Altintop, noch Fenin haben so eingeschlagen, wie man es sich erhofft hat. Dass Gekas noch einmal mehr als 7 Tore in einer Saison macht, bezweifle ich persönlich ja stark und bei Amanatidis muss man mittlerweile befürchten, dass er bei seinen Einsätzen nur noch mit Holzkreuz auf dem Rücken aufläuft.

Trainer & Umfeld
Michael Skibbe hat bisher einen guten Job gemacht. Nach dem grottigen Gekicke unter Vorgänger Funkel spielt die Eintracht jetzt zuweilen ansehnlich nach vorne. Und trotz einiger verbaler Kabbeleien mit dem Vorstandsvorsitzenden Bruchhagen ist das Verhältnis im Großen und Ganzen in Ordnung.
Etwas problematisch könnte es mit der Erwartungshaltung der Anhänger werden, denn die sehen sich zu Teilen jetzt schon auf einem Tabellenplatz, der zum internationalen Spielbetrieb berechtigt. Wenn am Ende dann nur Platz 9 rausspringt, kann das leicht zu Verstimmungen führen. Mehr …

Prognose
… ist für die Eintracht aber leider nicht drin. Der Kader ist gut genug, um sich von den Abstiegsplätzen fernzuhalten, reicht aber nicht aus um 34 Spieltage lang oben mitzumischen. Ich sage am Ende wird’s Platz 9 bis 12.  


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