
Der Verein
Sie sind wieder zurück, die Piraten, das „Freudenhaus der Liga“, der etwas andere Profiverein. Die letzen Jahre waren ein auf und ab für die Kiez-Kicker, zwischen 2003 und 2007 spielte man sogar in der Regionalliga.Trainer Holger Stanislawski hat in den letzten Jahren mit geringen Mitteln eine leidenschaftlich kämpfende und enorm offensivstarke Mannschaft zusammengestellt (72 Tore in der Aufstiegssaison). Nicht nur auf dem Platz läuft es, auch neben dem Platz hat man ambitionierte Ziele. Das altehrwürdige Millerntor-Stadion wird auf 27.500 Plätze ausgebaut (inklusive Business-Seats *g*), um auch langfristig dem Profi-Fußball erhalten zu bleiben. Professionelle Strukturen herrschen seit Jahren schon im Bereich Marketing. Der Verein versteht es wie kein Zweiter sich als Kult zu verkaufen, große strukturelle Differenzen zu anderen „kleineren“ Bundesligisten sind kaum noch zu erkennen. Dennoch der Touch des „Underdogs“ bleibt dem Stadtteilverein noch immer erhalten.
Wer kommt, wer geht
St. Pauli hat seine „Aufstieghelden“ beisammen halten können. Stanislawski wird auch in der neuen Saison auf sie setzen, lediglich Torwart Kessler soll auf Stammkeeper Hain Druck ausüben, sowie Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah das Offensivspiel bereichern. Beide sind allerdings momentan verletzt, so dass mit Carlos Zambrano (geliehen vom S04) wahrscheinlich nur ein Neuzugang am ersten Spieltag in Freiburg in der Startformation stehen wird.
Stärken/Schwächen
Letzte Saison zogen die Paulianer meist ein wahres Offensiv-Feuerwerk auf. Bruns, Kruse, Lehmann, Takyi, Hennings und Naki trafen alle fast zweistellig. Dazu Goalgetter Marius Ebbers, der 20 Saisontore erzielen konnte. Jeder Angreifer hat seine Qualitäten vor dem Tor zeigen können, ob dies in der „belle étage“ des deutschen Fußballs ähnlich laufen wird ist zweifelhaft. Die Defensive wackelte schon in Liga zwei das ein oder andere Mal, so dass die Bundesligatauglich der Defensive fragwürdig zu erachten ist. Ob der junge Zambrano hier Abhilfe leisten kann wird man sehen. Die Pokalniederlage beim Viertligisten Chemnitz lässt schlimmstes erahnen. Über große Bundesliga Erfahrung verfügt die Mannschaft nicht, lediglich Haudegen und Torwart Matthias Hain kann einiges in die Wagschale werfen. Top-Stürmer Marius Ebbers hat zwar auch schon die ein oder andere Bundesligasaison absolviert, richtig stark war aber nur in der zweiten Liga, so dass ihn U-21 Nationalstürmer Sukuta-Pasu im Laufe der Saison als Mittelstürmer ablösen könnte.
Trainer & Umfeld
Fans und Umfeld sind heiß auf Bundesligafußball. Die Erwartungen sind nicht hoch, auch wenn die Fans sich den Klassenerhalt wünschen, dürfte Aufstiegstrainer Stanislawski nie zur Disposition stehen. Im Gegensatz zum Aufstieg 2001, ist seine Mannschaft auch eingespielt, so dass der „Musterschüler“ (Als Jahrgangsbester die DFB-Trainer Lizenz erworben) in Ruhe arbeiten kann.
Prognose
Im Pokal ist für Pauli Endstation in Runde eins, man kann sich also ganz auf die Liga konzentrieren. Der Verein geht mit viel Heißhunger in die Spielzeit, das Anfangsprogramm ist machbar (Freiburg, Köln, Hoffenheim). Es gilt also schon früh die wichtigen Punkte für den Klassenerhalt einzufahren, gelingt dies nicht wird die Saison 2010/11 einen ähnlichen Verlauf wie 2001/02 nehmen, Abstieg!
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